Kreativität

word_cloud_creativityWenn wir mit einer Aufgabe, einem Problem oder sonst irgendwas, das wir gerne schaffen / lösen wollen, konfrontiert sind gehören oft mehrere Schritte dazu. Zunächst benötigen wir eine Idee, ein grobes Konzept, also eine wage Vorstellung, was wir diesbezüglich überhaupt tun wollen. Dann folgt die Umsetzung. Der zweite Teil ist oft anstrengender und länger und erfordert Disziplin. Hierzu kennt man allerdings viele Techniken, um konsequent bis zum Ziel durchzuziehen. Dazu gehört die Organisation von Todo-Listen, Zeitmanagement, sich Meilensteine setzen, usw.

word_cloud_implementationDer erste Teil hingegen, eine Idee haben, wirkt gerne irgendwie magischer. Manchmal hat man den Eindruck, die Ideen segeln einfach so durch die Luft, man muss nur sein Schmetterlingsnetz hochhalten, und wenn man Glück hat fliegt eine Eingebung da rein. Aber bei manchen Menschen scheint das Netz besser zu funktionieren als bei anderen. Wie kommt man also auf eine gute Idee?

butterfly-netIch habe den Eindruck, dass Frustration oft der erste Schritt ist. Man hat intensiv eine Lösung gesucht, es ist einem aber nichts vernünftiges eingefallen. Dann gibt man fast auf und plötzlich ist sie da, und man weiß einfach, dass sie gut ist. Bei der Umsetzung kann sich zwar rausstellen, dass sie doch Unfug war, aber dann geht der Zyklus halt einfach wieder von vorne los. 😉

Manchmal sind künstliche Einschränkungen (die ja auch frustrieren können) sogar hilfreich, um eine kreative Lösungsidee zu finden. Wenn man sich beim Schreiben beispielsweise auf eine bestimmte Gedichtform mit Reimschema (Haiku anyone?) beschränkt, nutzt man Wortbedeutungen und Interpretationen, auf die man sonst vielleicht nie gekommen wäre. Programmierer aus der Demoscene, die sich auf eine sehr kleine Programmgröße oder auf den ersten Blick ungeeignete Hardware/Plattform beschränken, produzieren so teilweise sehr faszinierende Sachen.

elevatedOft sind „neue“ Ideen einfach nur ungewöhnliche Kombinationen aus bereits bekannten.

  • Rolle + Klebstoff -> Tesafilm
  • Putztuch + wegwerfen -> Swiffer
  • Puppe + erwachsen -> Barbie

Auf der Google-Suchalgorithmus ist ganz grob die Übertragung eines Verfahrens, dass man aus der Wissenschaft kennt, auf das Internet. Veröffentlichungen werden schon lange nach der Häufigkeit, mit der sie zitiert werden, bewertet. Nun macht man das gleiche mit Websites und der Häufigkeit von Links, die auf sie zeigen. Im Nachhinein wirken solche Ideen dann total offensichtlich, weswegen Patente auch ein schwieriges Thema sind.

Bei diesem Muster wird klar, dass es hilft, sich nicht nur mit seinem speziellen Fachgebiet zu beschäftigen (egal ob Architektur, Mathematik, Filmproduktion, Komponieren, Softwareentwicklung, Malerei, Blog-Artikel-Schreiben ;)), sondern auch immer mal wieder über total andere Dinge zu lesen oder sie auszuprobieren. Das darf ruhig auch oberflächlich sein, aber vielleicht nimmt man ja etwas mit, dass einem woanders dann hilft.

relaxationEntspannung ist ebenfalls hilfreich, um Ideen zu haben. Unter Stress ist man eher darauf bedacht, Fehler zu vermeiden, sich nicht ablenken zu lassen und sieht gerne vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr. Die neuen Einfälle kommen einem eher beim Duschen, Tagträumen, Aufwachen nachdem man schön lange geschlafen hat oder beim Spazierengehen, also gerade wenn man sich von allem möglichen ablenken lässt und die Gedanken einfach so umherstreunen. Damit man sich dann nicht damit belasten muss, sich die Idee auch zu merken sondern weiter rumspinnen kann, ist es hilfreich, etwas zu schreiben oder ein Diktiergerät dabei zu haben.

stand_up_meetingGelegentlich reicht es allerdings nicht, alleine nachzudenken. Wenn man mit Kollegen an einem Problem arbeitet, hilft es, die eigenen Ideen mit ihnen zu diskutieren. Im Zusammenspiel können sich dann Dinge ergeben, auf die keiner der Leute alleine gekommen wäre. Es kann auch sehr gut sein, einem Laien sein Problem zu erklären, und ihn nach Vorschlägen zu fragen. Ignorier dabei einfach, dass viele davon technisch nicht umsetzbar sind. Eventuell ist ja trotzdem ein nützlicher Anstoß dabei.

Kreativität scheint teilweise im Alter zwischen 20 und 30 Jahren seinen Höhepunkt zu erreichen, und ab dann nachzulassen. Das muss aber nicht der Fall sein, und der Trend geht immer mehr zum Durchbruch später im Leben. Den nötigen Bewusstseinszustand, sowie die nötige kindliche Verspieltheit, die dabei hilfreich ist, kann man kultivieren. Eine gewohnte Umgebung hilft dabei bereits gelerntes abzurufen, Abwechslung hingegen dabei neues zu entdecken. Wer es sich allerdings nicht leisten kann, ständig durch die Welt zu reisen, kann trotzdem aus seiner Komfortzone herauskommen und eine Gewohnheiten wechseln und seine Umgebung verändern. Räumt um, Esst anders, trainiert eine andere Sportart, lernt ein neues Musikinstrument oder eine sehr fremde Sprache, beschäftigt euch mit ungewöhnlichen Genres was Musik und Filme angeht. Und redet mit anderen Leuten oder mit altbekannten Leuten aber über Sachen, über die ihr sonst nicht mit ihnen redet. Abwechslungsreicher Input kann von vielen Seiten kommen, man muss nur Suchen, und die Dinge immer mal wieder mit den naiven Augen eines totalen Anfängers betrachten.  🙂

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3 Gedanken zu „Kreativität

  1. Exzellente Momentaufnahme und Beschreibung, doch finde ich, gilt dieser Approach allgemein, um Kreativität zu fördern. Es gibt aber auch die „harten“ Fakten insoferne, als es auch Menschen braucht, die geradeaus Ziele ansteuern, ohne großartig kreativ sein zu wollen. Ich schätze auch Mitmenschen sehr, die äußerst zuverlässig und wie ein Uhrwerk „funktionieren“, ohne sich abseits der eingefahrenen Wege Gedanken zu machen.

    • Ja, das stimmt. Um die Ideen umsetzen zu müssen muss man ganz praktisch/handwerklich sein Ding durchziehen bzw. Leute dafür haben. Ich versuch, beides zu können. 😉

  2. Pingback: Entdeckungen in Lösungsräumen | dem Dobi sein Blog

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